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Nieskyer Schulgeschichte 1992 bis 2002
Aus der Festrede zur Feierstunde "10 Jahre neuzeitliches Gymnasium in Niesky"

In geschichtlichen Dimensionen gerechnet - ist ein Jahrzehnt ein kurzer Moment, und wir dürfen nicht erwarten, daß uns jeder so wahrgenommen hat, wie wir es gerne gewollt hätten, genauso wie wir nicht alles wahrnehmen, was um uns passiert.

10 Jahre zu erleben heißt, diese Jahre sehr individuell zu erleben, weil das, was man ist und was man tut immer persönlich geprägt ist. Man denkt vielleicht
  • an den Anfang 1992, der für alle - Schüler und Lehrer gleichermaßen - Chance und Bewährungsprobe zugleich war, und an das sich bald einstellende Gefühle, daß es einem Spaß macht - oder eigentlich schon nicht mehr,
  • an die Eröffnungsfeier und das Schulschild mit dem ungewohnten Abdruck "Gymnasium Niesky",
  • an das erste neue Abitur 1994 mit den kopfschüttelnden Schülern draußen unter der Linde am Tag der Matheprüfung,
  • an 19 mal Zeugnisausgabe, was auch heißt 19 mal stolze und freudvolle Schülergesichter, manchmal auch das Gegenteil,
  • an einzelne der vielleicht 350.000 mehr oder weniger gelungenen Unterrichtsstunden, die prägend sind für das was, man aus Schule und vor allem über Schule mitnimmt
  • zu oft möglicherweise daran, daß jeder Tag so seine Plage hatte, statt daran zu denken, daß auch jeder Tag seine Freude hat.


Bestimmt findet man bei ruhigem Betrachten,
  • daß die materiellen Bedingungen immer besser geworden sind; wir erinnern uns noch an den 1. neuen Klassenraum 1993 im Keller des Gebäudes Bahnhofstraße, an den Sportplatz 1996 und die Außenrekonstruktion hier vor zwei Jahren, die uns den Zaubergarten da draußen beschert hat,
  • daß uns geschichtsbewußtes Leben durchaus etwas zu sagen hat, nicht jeder lehrt oder lernt in so einem taditionsgeschütteltem Haus wie diesem, wo man den 100. Jahrestag des letzten Umbaus, das 75. Jubiläum der Anerkennung des Nieskyer Abiturs und das 50-jährige Abitur nach dem Krieg feierlich begehen konnte,
  • daß die Kontaktaufnahme zu den Alt-Nieskyern und die Gründung des Vereins der Freunde des Gymnasiums Niesky wichtige Momente bei der Schaffung einer eigenen Identität waren, und
  • daß die Namensgebung nach Friedrich Schleiermacher - um die wir so lange gerungen und die dann so schnell ging - genau in diesem Sinne zu erwähnen ist.


Und dann kommen uns immer konkretere Dinge in den Sinn;
  • die insgesamt 2020 Schüler beziehungsweise die 842 Absolventen mit einem Abitur , welches insgesamt gesehen stets etwas besser als der Sächsische Durchschnitt war; es gab mehr als einmal die Durchschnittsnote 1,0, und neben den vielen Ungenannten, die heute irgendwo in Deutschland und der Welt ihrer verantwortungsvollen Tätigkeit nachgehen, wurden Polizisten, Amtsleiter, Journalisten, Weltmeister; auch Abenteuer,
  • die 9 Kolleginnen und Kollegen, die früher mit uns zusammengarbeitet haben und nun ihr verdientes Pensionärsleben genießen,
  • die vielen Dinge, die in nicht zu lösender Verbindung von Kultur, Sport, unterrichtlicher Beschäftigung und Außenwirksamkeit zur Tradition geworden und eigentlich schon selbstverständlich sind: das Skilager, der Geografiewettbewerb, die Weihnachtskonzerte, das Fest der Jungen Talente und die Preisträgerkonzerte, der Tag der offenen Tür und die Hospitationswoche für künftige Schüler, die Kunstausstellung und die Ausgestaltung der Raiffeisenbank, das soziale Schülerpraktikum im Martinshof, die Stunde der Musik, die Chemieolympiade, die Schulsporttage, die Jahrgangsstufenexkursionen und Sprachreisen; nicht zuletzt der gemeinsame Abiball,
  • das Knüpfen eines dichten Netztes von Beziehungen in andere Schulgegenden der Welt; Hockenheim und Albert in Frankreich waren die Anfänge; Zgorcelec als nächstgelegene Stadt der letzte Kontakt und der weiteste in Amerika, und
  • die vielen Wettbewerbserfolge; beispielsweise beim Bundeswettbewerb Fremdsprachen im Jahr 2000 oder dem Bundeswettbewerb Physik 2002, bei sportlichen Finals im Freistaat 1995 und 2000, beim Landeswettbewerb "Jugend musiziert" 1999, der Jugendoscar der Körber-Stiftung 1998 , der LESSING-Preis 1995 und die Platzierungen bei der ostsächsischen Mathematikolympiade.
Neues ab 2002

Im Jahr 2003 rückt die Aufnahme der Schüler des Kollegiums vom Städtischen Gymnasium Rothenburg, das in absehbarer Zeit zu schließen war, immer näher. Die Lehrerinnen und Lehrer treffen sich zu ersten Gesprächen, um über die gemeinsame Arbeit zu beraten. 2004 übernehmen wir die Jahrgangsstufen 7 und 11, im Jahr darauf die anderen Klassenstufen.
Da diese Übernahme lange vorbereitet war, hielt sich die Zahl der aufgelaufenen Probleme in Grenzen.

Mit Beginn des Schuljahres 2003/2004 starten wir mit unserem Ganztagsschulprojekt, das nach und nach beachtliche Dimensionen annimmt, unser Schulleben bereichert und mittlerweile nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken ist.

2005 beginnt die lang ersehnte Rekonstruktion des Schulgebäudes an der Bahnhofstraße (bei laufendem Schulbetrieb). In ca. 500 aufregenden und nicht immer so tollen Tagen konnten wir daran teilhaben, wie für uns ein schönes und funktionsgerechtes Haus entstand. Im Oktober 2006 konnten wir es dann endlich einweihen. Die komplett rekonstruierte Turnhalle (jetzt mit Zuschauertribüne) wird nach eineinhalb Jahren Bauzeit im Herbst 2009 übergeben,

Innerhalb dieser Zeit werden die neuen sächischen Gymnasiallehrpläne eingeführt, die uns neue Inhalte, moderne Unterrichtsformen - wie den fächerverbindenden Unterricht in allen Klassenstufen oder den umgestalteten Profilunterricht - und zentrale Leistungsprüfungen (sprich: Orientierungsarbeiten; später: Kompetenztests) u.a.m. bringen. Das erste Abitur nach der "neuen" OAVO wird 2010 abgelegt.
Außerdem verbessern sich schrittweise die technischen Möglichkeiten, weshalb zunehmend mit modernen Medien gearbeitet werden kann.

Und: Auch PISA war zweimal Thema für uns.